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Stefan Majewsky 2 years ago
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      quellen/ideen.md

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<https://m.facebook.com/vapers.guru/posts/2775209449392107>
> In Berlin haben die Leute nicht gegen Corona Regulierungen demonstriert. In Berlin haben Menschen für Ihr Recht demonstriert, von der Komplexität der Welt überfordert zu sein.
> Gegner einer Impfung, die es noch gar nicht gibt. Verhutzelte Rentnerinnen, die im Rausch der Euphorie den Tag der Freiheit ausrufen. Menschen die tatsächlich glauben, die Maskenpflicht würde dadurch sofort abgeschafft. Die Journalistin Hayali wird bepöbelt, sie hätte die Versammlung auflösen lassen. Langhaarige Metallfans tragen die Flagge eines Reichs umher, in dem sie für ihre Frisur zusammengeknüppelt worden wären und in der die Impfpflicht polizeilich durchgesetzt wurde. Thor Steinar T-Shirts und Pegida Schilder. Und irgendwo sitzt eine junge Frau in Hippie Klamotten mit einem Schild auf dem Rücken: „Deutschland braucht Jesus“.
> Ich äußere mich nur deshalb zu diesem kollektiven kognitiven Vollversagen, weil ich auch hier zwei Aspekte wiedererkenne. Zwei Aspekte, die mir in meiner Arbeit ständig begegnen.
> Zum einen vermittelt das Netz 2.0 den Eindruck, dass wir alle wichtig sind. In unserer Sucht nach Anerkennung und Relevanz verlieren wir aus den Augen, dass wir nur Ameisen in einem Haufen sind.
> In der Egozentrik des Zeitgeistes und mit der Fähigkeit jeden Hirnfurz über Social Media öffentlich machen zu können, haben wir aus den Augen verloren, dass wir selber außerhalb unseres persönlichen Umfeldes für andere Menschen keinerlei Relevanz haben.
> Und zum anderen der Verlust eines demokratischen Miteinanders.
> Wir reden uns Bedeutung und Freiheiten ein, die wir nie hatten. Und als kleinster Teil einer Gesellschaft niemals haben werden. Denn wenn wir demokratisch leben wollen und die deutliche Mehrheit will, dass ich eine Maske trage, dann habe ich verfickt noch mal eine Maske zu tragen.
> Das und nichts anderes bedeutet Demokratie.
> Und deshalb ist es auch vollkommen gleichgültig, ob da nun 20.000 Menschen öffentlich ihre Egozentrik zur Schau gestellt haben, oder eine Millionen.
> Entscheidend in einer Demokratie ist nicht gegen etwas zu sein. Sondern für etwas. Man muss Alternativen anbieten, Lösungskonzepte, in den politischen Diskurs gehen. Und zwar nach den Regeln der Gesellschaft, deren Demokratie man einfordert und die man mitgestalten will.
> Genau deshalb ist Pegida gescheitert. Und genau deshalb wird die AfD langfristig keine politische Wirkkraft entfalten. Und deshalb wird nie etwas dabei herauskommen, wenn Impfgegner sich mit freiheitsliebenden Rentnern, Rechtspopulisten und fundamentalchristlichen Hippies zusammentun.
> Und sie werden an ihrem Dunning-Kruger-Effekt scheitern. Denn wenn sie nicht einmal die Kompetenz besitzen zu verstehen, dass die Regulierungen Ländersache sind und Dunja Hayali keine Demonstration auflöst, haben sie auch nicht die Kompetenz ihre Forderungen zu artikulieren. Merkel öffnet keine Grenzen, die längst offen waren. Und Merkel erklärt auch keine Landtagswahlen für ungültig.
> In ihrer Kompetenzlosigkeit verstehen sie nicht einmal, welche Kompetenzen ihnen fehlen.
> Plötzlich ist jeder Epidemiologe, Virologe, Klimaforscher, Migrationsanalyst, Religionswissenschaftler und Jurist. Dabei haben die meisten nicht einmal das Grundgesetz verstanden. Und einige Verstehen nicht, dass es unsere Verfassung ist.
> Sie plappern im psychologischen Bestätigungsfehler das nach, was Rattenfänger ihnen aus eigennützigen Gründen vorbeten. Getrieben von ihren Ängsten, ihrer Überforderung und davon, sich plötzlich ihrer Unwichtigkeit bewusst zu werden und einen Kontrollverlust zu erleben. Der nur darin begründet ist, dass sie sich vorher eine Kontrolle eingeredet haben, die sie nie hatten.
> Wir leben in keiner „Meinungsdiktatur“. Wir leben in einer Kompetenzdiktatur. Denn wir leben in einer Demokratie, in der man bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss, um die Gesellschaft mitgestalten zu können.
> Die Gefahr ist, dass diese Menschen aber den Weg bereiten, um eine tatsächliche Diktatur heraufzubeschwören. Denn nach 75 Jahren Frieden und Freiheiten, wie sie noch kein Volk zuvor jemals gekannt hat, haben sie offenbar völlig aus den Augen verloren, welche Freiheiten sie tatsächlich haben.
> Sie demonstrieren für Freiheit und merken nicht einmal, dass sie dabei eine der größten Freiheiten bereits in Anspruch nehmen. Sie kommentieren auf Social Media über den Verlust von Meinungsfreiheit und bemerken den Widerspruch nicht einmal.
> Sie glauben tatsächlich die demokratische Mehrheit seien die Diktatoren, weil sie vor lauter Freiheit vergessen haben, was Unfreiheit tatsächlich bedeutet.
> Sorry, aber der musste mal raus.
> Und es ist mir auch scheißegal, ob es gefällt.

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Auftrag:
> Einblick, was Computermuseen aus Sicht des CCC leisten sollten, um die neue Gesellschafts-, Freizeit- und Arbeitsweltentwicklung in Bezug auf die Digitalisierung zu begleiten
- Format: 15 Min Vortrag, danach Diskussionsrunde
- Termin: 19. September 2020, 10-12 Uhr
- Publikum: Förderer, befreundete Museen, Kulturinteressierte
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Leitsprüche:
- Informatikunterricht muss zeitgemäß sein. Museen dürfen zeitlos sein.
- Museen haben die Gelegenheit, besonders interdisziplinär zu denken.
- Sind Programmierer Ingenieure? Autoren? Künstler? Noch wissen wir es nicht. Diese Gelegenheit müssen wir nutzen.
- Schiller, Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen: "Der Mensch ist nur dort im vollen Sinne Mensch, wo er spielt. Aber er spielt nur dort, wo er im vollen Sinne Mensch ist."
Ansätze:
- frühe mechanische Rechner: Computer sind keine Magie, sondern man kann ihnen sogar zuschauen beim Rechnen
- siehe auch handgebaute Rechner in Minecraft
- Game of Life, Mandelbrotmenge: emergente Komplexität und chaotisches Verhalten (kleine Änderung, große Wirkung)
- wichtig, weil Verständnis emergenter Komplexität erlaubt, das Verhalten großer Systeme (Gesellschaft, Wirtschaft, etc.) intuitiv zu verstehen
- Deep Dreaming: Ähnlichkeit zu kreativen Prozessen im Gehirn
- wichtig, weil schnellerer Fortschritt auch immer schneller Weltbilder über den Haufen wirft (siehe geozentrisches Weltbild, siehe Rassentheorie, siehe "Tiere empfinden Schmerz", siehe Bewusstsein in Pflanzen)
- lieber frühzeitig lernen, auf der Seite der Wahrheit zu stehen als auf der Seite der Ideologie
- Umgang mit unvollständigen Informationen (TODO: gutes Beispiel dazu; war da was gutes in dem VSauce-Video zu "the dark")
Quellen:
- "The Art of Code" https://www.youtube.com/watch?v=6avJHaC3C2U
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Moles Einwand: Museen sollten immer in irgendeiner Form "zum Anfassen" sein, nicht nur rein digital.
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Bonusgedanke: Woher kommen die Covididioten? Und warum hat das was mit diesem Vortrag zu tun?
- siehe Langzitat in <file:quellen/facebook-kommentar.md>
- Internet und Social Media lassen die Grenze zwischen öffentlicher und privater Sphäre verschwimmen
- siehe Unwillen vieler Leute, öffentliche Regeln zu befolgen (Maskenpflicht)
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